Donauberglandweg

Fernwanderweg

Vom Dach der Schwäbischen Alb in den "Grand Canyon", das Durchbruchstal der Oberen Donau, führt der erste Qualitätswanderweg der Schwäbischen Alb, der Donauberglandweg. Der "Lemberg", mit 1015 Metern höchster Berg der Alb, ist Ausgangspunkt eines rund 60 Kilometer langen ausgezeichneten Wanderwegs entlang des Albtraufs auf der Südwestalb bis hinunter nach Beuron, dem weltberühmten Abteiort und Mittelpunkt des Naturparks Obere Donau.

  • Typ Fernwanderweg
  • Schwierigkeit mittel
  • Dauer 20:21 h
  • Länge 58 km
  • Aufstieg 1912 m
  • Abstieg 2159 m
  • Niedrigster Punkt 607 m
  • Höchster Punkt 1017 m

Beschreibung

1. Etappe: Vom höchsten Berg der Schwäbischen Alb entlang des Albtraufs durch die „Region der 10 Tausender“

2. Etappe: Vom „heiligen“ Berg über den „alten“ Berg durch das Schäfer- und Lippachtal an die Donau

3. Etappe: Malerische Fachwerkstädtchen, Höhlen und Felsen – und (meist) die Donau im Blick

4. Etappe: Durch das Herz des Naturparks an mächtigen Ruinen, gar Schlössern und Höhlen vorbei zu Orten der inneren Einkehr beim Kloster Beuron

1. Etappe: Lemberg – Dreifaltigkeitsberg

Die Hohe Schwabenalb ist nicht nur eine der schönsten, sondern auch eine der ruhigsten Wanderlandschaften im deutschen Süden. Von Gosheim aus, der Heimat der Weltklasse Biathletin Simone Hauswald, erwartet uns vom Wanderparkplatz aus zunächst ein steiler Anstieg auf das „Dach der Alb“, den Lemberg, mit 1.015 Metern die höchste Erhebung der Schwäbischen Alb. Der Aufstieg lohnt sich! Den Gipfel ziert ein stählerner Aussichtsturm, der im Jahr 1899 für 12.000 Goldmark vom Schwäbischen Albverein erbaut wurde. In luftiger Höhe bietet sich ein unglaublicher Ausblick. Von hier aus bietet sich an klaren Tagen ein Panorama von der Alpenhauptkammkette bis zum Schwarzwald und dem Neckartal.

Auch der „Kehlen“, der zweite Tausender, auf der gegenüber liegenden Seite von Gosheim erwartet uns etwa auf halber Strecke mit einer traumhaften Aussicht beim Gipfelkreuz und Rastplatz.

Auf dem „Klippeneck“ befindet sich mit ca. 980 m der höchstgelegene Segelflugplatz Deutschlands. Die Hochebene am Rande der Alb auf Gemarkung Denkingen fällt nach Westen hin steil ins Tal ab. Dies hat dem „Klippeneck“ eine kilometerlange Hangkante mit herrlichen Aussichtspunkten beschert. Das „Klippeneck“ ist auch einer der sonnenreichsten Plätze Deutschlands! Am Ende der Etappe erwartet uns, bevor wir nach Spaichingen absteigen, der „Dreifaltigkeitsberg“ mit seinem einmaligen Ensemble von Kloster, Kirche und Aussichtsgaststätte.

2. Etappe: Dreifaltigkeitsberg – Mühlheim/Donau

Diese Etappe führt über die Albhochfläche zur Donau – landschaftlich ist es hier oben einmalig schön. Gerade das Gebiet um den „Alten Berg“ bei Böttingen mit seinen Schaf- und Wacholderheiden liefert eine tolle Landschaft gepaart mit einem Panorama, das an klaren Tagen bis zum Säntis und zum Mont Blanc reicht. Die Rundkapelle – eine Josefskapelle – ist ein wahres Kleinod. Übrigens: Böttingen war  mit 911-991 m über NN. die höchstgelegene Gemeinde im ehemaligen Land Württemberg.

Durch das Schäfertal geht es zur kühlen „Grauentalquelle“ mit Grillstelle und Feuchtbiotop und von dort über den Allenspacher Hof ins Lippachtal. „Das Lippach Thal ist eng, felsig mit Wald bedeckt und bietet sehr malerische Partien!“ so eine Beschreibung des Oberamts Tuttlingen von 1879. Auch heute ist es ein sehr naturbelassenes Tal, vor allem zur Märzenbecherblüte ist es ein wahres Juwel. Vorbei am Aussichtspunkt „Glatter Felsen“ und steil abwärts gelangt man zur „Lippachmühle“ (unbedingt einkehren!).

Schloss und Stadt Mühlheim/Donau liegen hoch auf einer Bergzunge 40 Meter über dem Donautal und geben das selten gewordene Bild eines durch moderne Ansiedlungen kaum gestörten mittelalterlichen Stadtbildes. Und vielleicht bietet sich abends die Gelegenheit, eine Führung mit dem Mühlheimer Nachtwächter durch die mittelalterliche Oberstadt zu genießen.

3. Etappe: Mühlheim/Donau – Fridingen a. d. D.

Das Schloss und die sehenswerte Oberstadt von Mühlheim liegen hoch über dem Donautal. Auf dieser Etappe planen wir auch genügend Zeit für kleinere Abstecher ein, wie etwa zum „Gelben Fels“. Auch im Innern der zerklüfteten Felsen gibt es für den Naturfreund einiges zu sehen. Um einen Blick in das Bergesinnere zu tun, bieten die 1912 mit Hilfe des Schwäbischen Albvereins zugänglich gemachte, ca. 1000 m lange Felsenhöhle bei Mühlheim (allerdings nur mit Führung und Voranmeldung zu besichtigen) und die Kolbinger Höhle (ebenfalls nur mit Führung) beste Gelegenheit.

Der Weiterweg führt dann zum Aussichtsturm „Gansnest“. Der Turm des Schwäbischen Albvereins ist jederzeit zu besichtigen. Nach so viel Aussicht geht es in steilen Serpentinen abwärts hinab nach Fridingen an der Donau (Achtung bei Nässe!). Am Ende steht man fast auf den Bahngleisen. Hier steht wahrhaftig eine „Anrufschranke“ – man klingelt und im ca. 300 m entfernten Bahnhof öffnet dann jemand die Schranke. Wer jetzt glaubt, er wäre schon am Etappenziel, der täuscht sich, auch wenn wir auch gleich schon in Fridingen bleiben und einkehren können – doch: wir würden einen der schönsten Streckenteile hoch über dem Donautal verpassen! Es geht noch hinauf zum „Knopfmacherfelsen“ mit einmaligem Ausblick Richtung Beuron und Schloss Bronnen – ein herrlicher Vorgeschmack auf die 4. Etappe. Von hier aus führt dann eine abwechslungsreiche Strecke weiter über die Hochebene, vorbei an einer kleinen Kapelle, immer wieder zu Aussichtsfelsen, wie dem „Stiegelesfelsen“ oder dem „Laibfelsen“, hoch über dem Donautal. Und als besonderer Leckerbissen erwartet uns am Ende der historische Stadtkern von Fridingen mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden.

4. Etappe: Fridingen a. d. D. - Beuron

Die teilweise hochaufragenden und zwischen Fridingen und Beuron von Ruinen und Schlössern gekrönten Felsen lassen die Vielfalt der Donaulandschaft auf dieser Etappe richtig zur Geltung kommen. Das Durchbruchstal der Oberen Donau wird auch der „Grand Canyon“ des Landes genannt und dies ist nicht übertrieben – Ehrenwort! Die herrlich dramatische Landschaft mit Wasser und Felsen gibt für viele ein interessantes Betätigungsfeld: Radler, Kletterer, Kanuten und Wanderer.

Unterwegs ist ein kleiner Abstecher zur Ruine „Kallenberg“ ein Muss. Die typisch hochmittelalterliche Höhenburg mit fantastischem Blick auf das Donautal lädt zur Rast ein. Rudn 6 km weiter überragt das „Schloss Bronnen“ das Donautal wie ein Adlerhorst (seit 1950 in Privatbesitz). Und von dort belohnt ein kleiner Abstecher hinab ins Ausflugslokal „Jägerhaus“ für die bisherige Wanderung, auch wenn wir anschließend wieder ein Stück zurück den Berg hoch müssen.

Im Tal der jungen Donau liegt auch die 1077 als Augustiner-Chorherrenstift gegründete, seit 1863 als Benediktinerkloster wiederbesiedelte Erzabtei St. Martin. Die Erzabtei Beuron ist Gründungskloster der Beuroner Benediktinerkongregation mit derzeit 16 Klöstern in Deutschland, Österreich und Südtirol. Das ehemalige  Bahnhofsgebäude von Beuron beherbergt seit 1996 die Geschäftsstellen der Stiftung Naturschutzzentrum Obere Donau und des Naturpark-Vereins Obere Donau. In der Dauerausstellung im „Haus der Natur“ erwartet den Wanderer ein spannender und informativer Gang durch den Naturpark Obere Donau.

Text: Donaubergland GmbH

Auf der A81 bis zum Kreuz Villingen-Schwennigen, weiter auf der B27 und B14 nach Gosheim
In Gosheim
Mit dem Zug nach Tuttlingen, weiter mit dem Bus nach Gosheim