Wolfsschlucht und Fuchsklinge

Wanderung

Die Wanderung führt uns durch den geschichtsträchtigen Ort Hirsau mit seiner imposanten Klosteranlage St. Peter und Paul und auf schmalen Pfaden durch die abenteuerliche Wolfsschlucht und verträumte Fuchsklinge.

  • Typ Wanderung
  • Schwierigkeit mittel
  • Dauer 3:25 h
  • Länge 9,7 km
  • Aufstieg 273 m
  • Abstieg 258 m
  • Niedrigster Punkt 320 m
  • Höchster Punkt 509 m

Beschreibung

Hirsau war zeitweise eines der bedeutendsten Klöster Deutschlands.
Zum Zeitpunkt seiner Errichtung im späten 11. Jh. war die dreischiffige Basilika von St. Peter und Paul eine der größten romanischen Kirchen Südwestdeutschlands. Hermann Hesse ist in und um Calw-Hirsau viel gewandert. Ob er durch die Wolfschlucht streifte, weiß man nicht genau, aber ein Erlebnis war und ist sie gewiss. Die Wolfsschlucht kann man wirklich als Geheimtipp bezeichnen. Im Gegensatz zum Monbachtal weiter nagoldabwärts ist die Wolfsschlucht kaum bekannt. 
Sie ist wild, das Begehen fast alpin. Die Schlucht ist geologisch gesehen jung und verändert sich ständig. Wildromantisch, aber gemütlich geht es durch die Fuchsklinge zum gleichnamigen Restaurant. Das heutige Gasthaus ist an das ehemalige Bahnwärter-Häuschen angebaut. Hier befand sich der Haltepunkt „Fuchsklinge“ der Bahnlinie „Hirsau - Weil der Stadt“.

 Folgen Sie den Hauptwegweiser-Standorten der Schwarzwaldvereinsbeschilderung:

Bahnhof Hirsau, Aureliuskirche, Hirsau, Brudersteige, Conventrain, Brandhalde, Berg, Wolfsschlucht, Überzwercher Weg, Fuchsloch, Mönchloch, Fuchsklinge, Kurwald, Bahnhof Hirsau

 

Wir starten unsere Wanderung am Bahnhof in Hirsau (Alternative: am Parkplatz Kloster Hirsau) und folgen der blauen Raute über die Fahrstraße. Vor der Brücke befindet sich linker Hand das Klostermuseum. Hier können wir in die mittelalterliche Kunstgeschichte Hirsaus eintauchen und erleben den Klosterort als ehemaligen Mittelpunkt benediktinischer Reformen in Deutschland.

Wir passieren die Klosteranlage St. Peter und Paul. Das ehemalige Benediktinerkloster war im 11. und 12. Jahrhundert das bedeutendste deutsche Reformkloster nördlich der Alpen, das jedoch im Jahre 1692 bei heftigen Gefechten gegen die französischen Truppen teilweise stark zerstört wurde. Baugeschichtlich hochbedeutende Ruinenanlagen mit Relikten aus verschiedenen Baustilen sind zu erkennen: die romanische Säulenbasilika, die einst die größte romanische Kirche Südwestdeutschlands war und die Ruine eines Renaissanceschlosses, wo sich die bis 1989 von Ludwig Uhland besungene Ulme befand. Über den gotischen Kreuzgang hinweg ragt die unversehrt gebliebene spätgotische Marienkapelle empor. Seit 2007 ist das Klosterareal Kulisse des „Calwer Klostersommer in Hirsau“, bei dem große Namen und anspruchsvolle Produktionen begeistern.

Hinter dem Oberen Tor biegen wir nach rechts ab und folgen nun der gelben Raute. Die Asphaltstraße steigt steil bergan und geht dann nach den letzten Häusern des Ortes in einen Forstweg über, der uns in das schattige Gehölz führt. Hier an der Weggabelung  gehen wir nach rechts unten, den gelben Rauten folgend Richtung Ernstmühl. Nach der Stelle an der der Hangrutsch gesichert wurde, hat man einen schönen Ausblick in Richtung Nagoldtal und das Kloster in Hirsau. Über eine Rechtskurve gelangen wir in den Ort Ernstmühl, der verträumt im Nagoldtal liegt. Wir queren die Fahrstraße und über eine Brücke die Nagold. Dann halten wir uns rechts und dann zwei Mal links und folgen dem Wegweiser aus Holz in Richtung Wolfsschlucht, die gelbe Raute für kurze Zeit verlassend. Unser Puls dürfte nun einige Schläge zunehmen, denn steil führt uns die Straße bergauf. Doch nicht allzu lange bleibt das so, denn rasch betreten wir den Wald und der Weg wird ebener. Eine sanfte Stille empfängt uns und nachdem wir uns an der Wegspinne rechts halten, könnte diese in angenehmen Nervenkitzel umschlagen.

Grund dafür ist das Betreten der Wolfsschlucht (wieder gelbe Raute). Eine schmale Holzbrücke führt uns in das Wunderwerk der Natur und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der verschlungene, abenteuerliche Weg hat beinahe alpinen Charakter.

Hinweis: Wegen dieses alpinen Charakters gibt es hier die Möglichkeit auf eine alternative Route auszuweichen. Über einen etwas steilen Aufstieg, der links wegführt kommt man auf einen befestigten Waldweg der in Richtung Ottenbronn führt. In einer scharfen Rechtskurve kommt man dann auf den Wannenweg der zum Ende der Wolfschlucht führt. Am Eingang der Wolfschlucht ist dieser Weg auf einer Wanderkarte eingezeichnet. Hierfür muss auch etwa eine halbe Stunde mehr eingeplant werden.

 

Der Wolfschlucht folgend müssen wir über moosbewachsene Steine und wir sind ganz nah dran an bizarren Felsformationen und naturbelassener Pflanzenpracht. Die Zeit um uns herum scheint still zu stehen und wir können einfach nur genießen. Alpines Gelände in urwaldähnlicher Atmosphäre, das beschreibt die Begebenheit dieser unnachahmlichen Schlucht am besten.

Es scheint, als könnten wir noch ewig so weiterwandern/-klettern, doch führt uns der Pfad wieder aus der Schlucht heraus. Ein leises „Auf Wiedersehen“ muss sein und dann sind wir bereit für die nächsten Kilometer unserer Wanderung. Wir überqueren die Fahrstraße und wandern auf dem Steinweg mit gelber Raute bergauf. An der folgenden Weggabelung wenden wir uns nach rechts und gehen am Berghang entlang weiter. Schließlich gelangen wir an eine weitere Weggabelung, an der wir nach links gehen. Herrliches Wiesengeläuf lässt uns noch einige Höhenmeter zurücklegen, bevor wir wieder auf einen Forstweg treffen.

Wir ignorieren den ersten Abzweig nach rechts, der zur Fuchsklinge führt, und gehen weiter geradeaus. Schließlich biegen wir nach rechts und vor der Fahrstraße nach links auf einen schmalen Pfad ab. Nun müssen wir aufpassen und ab hier der blauen Raute nach rechts folgen.

Ein malerischer Pfad geleitet uns bergab und dann nach links durch die wildromantische Fuchsklinge. Parallel des Tälebachs gelangen wir zum Restaurant und Café Fuchsklinge, wo wir gemütlich einkehren und uns stärken können. Dass die Wanderung auf dem letzten Kilometer bis zum Ziel entlang einer Fahrstraße verläuft können wir gut verschmerzen, haben wir doch bis hierhin traumhafte Naturlandschaften erlebt. Schließlich erreichen wir Hirsau und sind zurück an unserem Ausgangspunkt.

Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind empfehlenswert. Teilweise alpiner Charakter (Wolfsschlucht). Evtl. Getränke für unterwegs. Einkehrmöglichkeiten Fuchsklinge und Hirsau.

Einkehr im Restaurant-Café „Fuchsklinge“, draußen und drinnen mit viel Flair. Genügend Zeit für die Besichtigung von Hirsau mit seinem Kloster einplanen. Im Sommer lohnt ein Besuch des Calwer Klostersommers in Hirsau.

Achtung! Durch mehrere Unwetter im Juli 2018 ist der Streckenabschnitt durch die Wolfsschlucht noch etwas rustikaler und anspruchsvoller geworden! Bitte unbedingt festes Schuhwerk tragen.

Die obere Brücke in der Wolfsschlucht wurde weggespühlt. Die Reste dieser Brücke werden in nächster Zeit entfernt. Diese Stelle kann mit gelegten Trittsteinen umgangen werden.

Für diejenigen, die es nicht so alpin mögen, wird eine kleine Umleitung in der Wolfsschlucht ausgeschildert.

A8, AS Pforzheim West, B463 bis Hirsau.
A8, AS Leonberg; B295 Richtung Weil der Stadt, Calw, B295 Richtung Calw bis Kreisverkehr Neuhengstett, dann L179 nach Hirsau

Im Ort beim Kloster

Kulturbahn (Pforzheim–Tübingen) bis Hirsau.
Stuttgart, S-Bahn Linie S 6 bis Weil der Stadt www.vvs.de; mit Bus nach Hirsau; www.vgc-online.de

Unteres Nagoldtal Pforzheim/Heckengäu, 1:35.000, Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung, ISBN 978-3-89021-790-1, 5,20 €