Bildstöcke im Blickpunkt

Wanderung

Bei dieser leichten, neun Kilometer langen Wanderung im Madonnenländchen richtet sich die besondere Aufmerksamkeit auf zahlreiche Bildstöcke und Kleindenkmale am Wegesrand. Die Tour beginnt in der Buchener Innenstadt und nimmt etwa 2,5 Stunden in Anspruch.

  • Typ Wanderung
  • Schwierigkeit leicht
  • Dauer 2:19 h
  • Länge 8,9 km
  • Aufstieg 141 m
  • Abstieg 141 m
  • Niedrigster Punkt 300 m
  • Höchster Punkt 420 m

Beschreibung

Den malerischen Platz „Am Bild“ zu Beginn der Marktstraße, zwischen Zollhaus, Hotel „Prinz Carl“, Lohplatz und Stadtturm ziert die „Buchener Mariensäule“. Im Volksmund wird sie „das Bild“ genannt; sie ist ein Wahrzeichen Buchens und seiner Umgebung, des „Madonnenländchens“. Die Barocksäule, mit einem korinthischen Kapitell (Abschluss einer Säule), auf dem die Himmelskönigin mit dem Kind thront, eine Schlange auf der Erdkugel bezwingend, wurde 1754 errichtet.

Von hier aus folgt man der Odenwaldklubmarkierung „blaues Dreieck“, dem europäischen Fernwanderweg E 8, der von der Irischen See bis Bulgarien führt. Nach etwa 200 Metern stößt man bereits auf den Brückenheiligen „Johannes von Nepomuk“ der bei der Sparkasse an der Brücke wacht. Einige Meter weiter in der Amtsstraße, vor der „Kreuzkapelle“, stößt man auf den sogenannten Kreuzschlepper, einem Bildnis aus dem Jahr 1608, das den Leidensweg Jesu Christi vergegenwärtigt.

Tafel erinnert an Gutshof

Nun verlässt man Buchen über die Dr. Konrad-Adenauer-Straße und die Hollerbacher Straße. Gleich nach einer Ampelanlage ragt hinter einer Hecke ein Sandsteinbildstock mit der Kreuzigungsszene heraus. Nach etwa 150 Metern zweigt der „Limbacher Weg“ links ab. Schon nach kurzer Zeit erinnert eine Glastafel an den ehemals römischen Gutshof „Bei den Heunenhäusern“. In der Landschaft sind keine Überreste der römischen Siedlung erhalten.

Nach einem kurzen Anstieg in Richtung Hollerbach erreicht der Wanderer eine mystische Stelle, einen Bildstock mit der „Heiligen Familie“ zwischen zwei mächtigen Kastanienbäumen. Bei entsprechender Witterung ist hier ein geologisches Phänomen zu erkennen: eine Insel des Muschelkalks überlagert die hiesigen Röttone des Odenwaldes. Dort verlässt man den Fernwanderweg E 8 und nimmt den örtlichen Rundwanderweg Ho 3 rechts bergab, um nach Hollerbach zu gelangen.

Hollerbach ist bekannt als Mutterkirche im badischen Teil des Odenwaldes (Station der Museumsstraße Odenwälder Bauernhaus); den Besucher erwarten fünf Bildstöcke und weitere Kleindenkmale. Kurz nach dem Ortseingang, links in der Holunderstraße, findet man einen Wallfahrtsbildstock, der das Blutwunder zu Walldürn darstellt: den Corpus Christi begleitet von elf sogenannten Veronikagesichtern. Dieses Denkmal soll, wie so viele Bildstöcke, an einen persönlichen Schicksalsschlag erinnern.

Weiter auf der Holunderstraße begegnet einem der Valentinus-Bildstock von 1770, der den Heiligen Valentinus, Südtiroler Wanderbischof und Schutzheiligen der Notleidenden, zeigt. Weiter, direkt vor dem ehemaligen Schulgebäude, findet sich der dreiseitige Bildstock „Linck“. Stifter des Denkmals war die Witwe des verstorbenen Martin Linck aus Hollerbach. Das „steinerne Gebet“ ist sehr aufwendig gestaltet und zeigt drei unterschiedliche Motive: die Kreuzigungsszene, das Walldürner Gnadenbild und zwei Heilige. Es ist der heilige „Wendelinus“ (der Bauernheilige und Schutzpatron der Hollerbacher Kirche), sowie „Antonius“ (Schutzpatron der Liebenden und der Familie).

Hält man sich nun links, erreicht man nach wenigen Metern zwar keinen Bildstock, jedoch ein nicht weniger schönes Kunstwerk aus Metall, das einen Wanderer mit Wanderstock darstellt. Hier lädt auch eine kleine Sitzgelegenheit zu einer kurzen Pause ein.

Zurück auf der Holunderstraße setzt man den Weg fort in Richtung Kirche. In einer Scheunenmauer zur Linken ist ein Bildstock eingemauert. Wenn man nun von der Straße links Richtung Unterneudorf abbiegt, erwarten einen neben dem Kunstwerk mit Hand und Pinsel (von Künstler Rolf Hamleh zur Erinnerung an die Hollerbacher Malerkolonie) zwei weitere religiöse Denkmale. Der Kreuzdachbildstock am Weinberg wurde um 1627 mit dem charakteristischen Kreuzdach errichtet. Die Bildtafel wurde erst vor kurzem wieder neu eingesetzt. Setzt man den Weg noch einige Meter weiter den Berg hinauf fort, gelangt man zu einem der sagenumwobenen Steinkreuze. Das knapp über einen Meter hohe Sandsteinkreuz enthält keine Inschrift.

Zurück auf der Holunderstraße begegnet dem Betrachter direkt an der Kirche ein weiteres Kreuz – das Missionskreuz (1911). Es stammt aus der Zeit der Volksmission des 19./20. Jahrhunderts. Überquert man die Straße, trifft man links auf einen Altarbildstock. Erst 1995 gestiftet, zeigt er, dass auch noch in jüngerer Zeit religiöse Denkmale im Madonnenländchen errichtet werden und so Traditionen fortgesetzt werden.

Auf dem Weg talabwärts und der Markierung „B 2“ folgend, passiert der Wanderer die idyllische Tallandschaft des Hollerbachtales mit dem „Hollersee“.

Zum Ende der Wanderung begegnen einem in Buchen zwei interessante Bildstöcke. Der erste, gegenüber des Wohnmobilstellplatzes am Waldschwimmbad, zeigt eine „Strahlenkranzmadonna“ von 1786; zwei Herzen flankieren die Himmelskönigin auf der Mondsichel. Der andere, am Ortseingang Buchens bei der Gaststätte „Waldeck“, ist ein dreiseitiger Bildstock, der an die Leiden Christi erinnert (1698). Um diesen Bildstock ranken sich Sagen um Irrlichter und gottlose Knechte in der Hainstadter Mühle.

Die Tour endet in der Buchener Innenstadt bei der Mariensäule am Platz „Am Bild“.

Parkmöglichkeiten gibt rings um den Altstadtkern.
Buch "WanderBuchen - 16 Touren zum Kennenlernen zweier Landschaften"