Bad Wimpfen

Kaiser und Bischof mischen sich in die Reformationsgeschichte der Reichsstadt Wimpfen ein.

Altstadt von Bad Wimpfen
Altstadt von Bad Wimpfen

Die prägnante Stadtsilhouette von Bad Wimpfen, mit der staufischen Kaiserpfalz und der evangelischen Stadtkirche, früheren Marienkirche, sowie die Ritterstiftskirche mit dem Kloster Bad Wimpfen sind schon von weitem zu sehen.

Die Lehre Martin Luthers fasste in Wimpfen schnell Fuß. Sicherlich begünstigt durch das Auftreten des evangelischen Predigers Erhard Schnepfs. Der bedeutende Theologe und Generalsuperintendent des Herzogtums Württemberg wirkte hier von 1523 bis 1526 und seine Frau war die Tochter des Bürgermeisters. Die katholische Bevölkerung nahm durch Konvertierung schnell ab. Wimpfen scheint ein kleines Zentrum der neuen Lehre gewesen zu sein, denn zur selben Zeit lebte auch der Maler Heinrich Vogtherr in der Stadt, Verfasser zahlreicher Reformationsschriften und -lieder.

Bei der Stadtführung "Wie der Ablassbrief ins Fegefeuer kam" wird zum Teil am Ort der Geschehnisse in der historischen Altstadt unterhaltsam von zwei historisch gewandeten Gästeführern gezeigt, wie die neue Religion die Bürgerschaft in der Reichsstadt Wimpfen spaltete. Der Streit um die Nutzung der evangelischen Kirche, einst Marienkirche, eskalierte nachdem sich Papst und Bischof eingemischt hatten.

Die Schlacht bei Wimpfen, einer der bedeutendsten Schlachten im Dreißigjährigen Krieg tobte vor den Toren der Stadt, in der der kaiserliche Generalissimus Tilly den Markgrafen von Baden besiegte, und die sogar in Grimmelshausens „Courage" eine Rolle spielt. In der Dominikaner Kirche in Bad Wimpfen zeigt ein Gemälde Tilly im Gebet während im Hintergrund die Schlacht tobt. Der ausgeschilderte Wanderweg, ein 10 km langer Rundwanderweg vom Bahnhof, führt zum Denkmal dieses historischen Ereignisses.

Noch heute ziert eine Marienstatue die Außenfassade der innen farbenprächtige dekorierte ev. Stadtkirche. Unter den zwölf Aposteln steht das römisch apostolische Glaubensbekenntnis jedoch das Gesicht des Philippus hat seit 1546 die Gesichtszüge Martin Luthers erhalten. Bei einer Kirchenführung werden weitere Besonderheiten wie der lutherische Beichtstuhl oder eine Fegefeuerdarstellung im Hauptalter entdeckt.

Exponate zur Reformation sind auch im Kirchengeschichtlichen Museum in der Pfalzkapelle zu finden.

Öffentliche Stadtführungen durch Bad Wimpfen, welche die Besichtigung der ev. Stadtkirche miteinschließen, finden jede Woche statt. So kann auf den Spuren der Reformation in Bad Wimpfen auf verschiedene Weise gewandelt werden.